Überzeugte single frau

Die Schildkröten schwammen übereinander, krabbelten aufeinander, rutschten ab, plumpsten ins Wasser. Ich musste lachen. Und da lachte auch die Schildkrötenfütterin. Jetzt, vor dem Tempel, übermannt mich die Leere. Ich kann niemandem um Liebesglück bitten. Erstens glaube ich nicht an Götter, zweitens liebe ich nicht.

Glücklich ohne Partner? - SWR Nachtcafé

Dieser Gedanke schmerzt plötzlich. Jahrelang wollte ich nicht lieben, habe mich gewehrt und gesträubt, wollte niemanden an meiner Seite. Ich merke, dass sich das ändert. Und das macht mir Angst. Aber irgendwann - so viel mute ich mir jetzt selbst zu - soll und wird es jemanden geben, der sich traut, der keine Angst vor mir hat, weil ich vermeintlich so stark bin, der mich aushält und der es aushält, wenn auch ich mal eine Schulter brauche, die stärker ist als meine. Ich habe diese Kolumne vor knapp zweieinhalb Jahren angefangen. Damals war ich das erste Mal seit meiner Trennung von meinem Ex verknallt, vermeintlich verknallt.

Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Zumindest war ich enttäuscht, traurig und wütend, weil ich mich wieder ein klein wenig aus der Deckung herausgewagt hatte, es komplett scheiterte und ich an mir mehr zweifelte als je zuvor. Mit etwas Abstand betrachtet war es ein Glücksfall, sonst wären wohl nie Kolumne und Buch entstanden. Alles passiert aus einem bestimmten Grund. Fortan richtete ich mich in meinem Singleleben ein.

Ich liebte es, für mich gab es keine Alternative. Ich konnte alle Entscheidungen allein fällen, musste keine Rücksicht nehmen, fühlte mich frei und stark. Natürlich gab es schlechte Tage, miese Phasen, wie in jedem Leben. Und diese Kolumne hier war ein schönes Ventil. Während ich im Herbst das Buch schrieb, dachte ich viel über das Leben als Single nach. Es war noch immer das richtige für mich. Ein Treffen in diesem Sommer brachte mich auf andere Ideen. Ich traf zum ersten Mal die neue Freundin meines Ex-Freundes. Es war ein schmerzhaftes, aber heilsames Treffen.

Auch wenn ich diejenige war, die die Trennung damals vorantrieb, war ich diejenige, die am längsten damit haderte. Ich genoss die Aufmerksamkeit, die sexuelle Aufgeregtheit, die sich zwischen Fremden mit Worten entspann. Es tauchte in keiner meiner Kolumnen auf, ich wollte nicht über diesen Menschen schreiben. Ich konnte lange nicht benennen warum. Er bedeutete wohl mehr als alle anderen für mich. Keine Verbindlichkeiten, keine Verantwortung. So verhielt ich mich auch, selbst wenn ich anders empfand. Manche Leser ahnten jedoch etwas. Sehr bedenklich Freiraum und "es" ist Ihnen wichtig Die Tage des Blogs sind gezählt?

Seit Herbst fremdel ich also mit mir - und mit meinem Pseudonym. Das Schreiben fällt mir schwer, ich finde meine Texte öde und langweile mich selbst. Ich habe das Gefühl, dass ich mich im Kreis drehe, auf der Stelle trete, aber eigentlich weiter möchte. Dass ich in den vergangenen Wochen anderes empfinden hätte können, wenn ich es zugelassen hätte, wird mir gerade hier, vor diesem Tempel, klar.

Vor allem: Dass ich wieder etwas wagen möchte, bereit bin, Gefühle zuzulassen und es mir vorstellen kann, wieder jemanden in mein Leben zu lassen. Ich will wieder lieben. Und geliebt werden. Nicht jetzt, nicht gleich, nicht unter allen Umständen. Mir laufen wohl auch die Tränen, weil ich Angst habe, dass ich die letzten vier Jahre negieren muss, dass die überzeugte Singlefrau nur eine Fassade war. Diesen Gedanken kann erst ein paar Tage später eine Freundin stoppen. Du brauchtest das genau so wie es war. Sie hat recht, wie Juli immer recht hat. Ich möchte keinen Liebhaber, keine Erfahrung, keine stillen Stunden missen.

Und es dreht sich auch nicht alles ins komplette Gegenteil, es geht nur einfach weiter. Das bedeutet nicht, dass die Vergangenheit ungültig oder irrelevant wird.

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Und wenn mein Leben so bleibt - ohne Partner und ohne Kinder - ist es weiterhin ein gutes und vollständiges. Aber ich werde mich nicht mehr dagegen wehren, dass es sich ändern kann. Nur in diesem Urlaub ändert sich offensichtlich nichts. Jetzt, wo ich doch bereit wäre. Diesmal bleibt das aus. Dieser Urlaub ist wohl nicht dazu da, noch mehr Kurzzeit-Männer in mein Leben zu lassen.

Ich blicke aus dem Fenster und hänge meinen Gedanken nach. Der Taxifahrer blickt in den Rückspiegel, lächelt und sagt: It's not over till it's over. Er hat recht, es geht weiter - diese Reise, das Singleleben. Nur für diese Kolumne gilt jetzt: It's over. Vielleicht geht es irgendwann mal hier weiter: Und weiterhin im Buchhandel eures Vertrauens: Dezember Na und?: Die Singlefrau macht Schluss mit ihrer Kolumne.

Die Singlefrau.

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Stern - Die Woche. Jetzt abonnieren. Neueste Meist beantwortete. Wir kennen uns seit Jahren flüchtig, er ist der Kollege einer Freundin. Wir haben uns zufällig am Eingang in der Warteschlange getroffen. Zwei Bier und drei gute Songs später frage ich mich, warum wir uns eigentlich nicht schon früher so gut unterhalten haben. Könnte man gut fortsetzen, das Gespräch, aber dafür müssten wir Nummern austauschen. Kleinigkeit, eigentlich. Einfach fragen. Kann ich aber nicht. Ich will mich ja nicht kleinmachen, das habe ich den ganzen Abend über nicht getan.

Angst vor der Liebe

Ich will aber auch nicht, dass er mir nur deshalb seine Nummer gibt, weil er denkt, ich himmele ihn an. Also ärgere ich mich über meine Ambivalenz und frage mich, warum das so ist. Mache ich mich doch mehr von Konventionen abhängig, als ich dachte? Habe ich zu viele Frauenmagazine gelesen, in denen souveräne Frauen berichten, wie schön es ist, sich privat mal "fallen zu lassen"?

Ich trau mir selbst einiges zu, das aber nicht! Mitten in mein eigenes Ringen, ob ich nicht mal aus mir selbst heraustreten und das mit der Nummer einfach machen könnte, fragt mich Philip nach meiner.

Das rettet mich vor einem Abschied, den ich nicht gewollt hätte, nicht aber vor der Frage, warum ich die Sache mit dem ersten Move nicht hinkriege. Bei unserem ersten Date streiten wir stundenlang über Politik, er ist konservativ, ich belächle seine Argumentationen, er lacht über mich, weil ich mich so provozieren lasse. Als wir gehen, schlage ich kein neues Treffen vor, sondern stehe vor meinem Fahrrad und warte auf das, was von ihm kommt. Wie ein unsicheres Mädchen. Hoffentlich findet er das nicht toll, weil eigentlich bin ich doch gar nicht so.

Also kaschiere ich das Ganze hinter meiner super souveränen Coolness-Attitüde: Mir doch egal, ob wir uns noch mal sehen, ich komm gut ohne dich klar und überhaupt brauch ich niemanden. Krass eingeübt, diese Nummer, wie der immer gleiche Weg ins Büro.

Wenn Sie gerne Single sind…

Ich mache fast nie diesen ersten Schritt. Das erste Date, der erste Kuss, der erste Sex. Ich warte. Aber nicht, weil ich denke, dass sich das so gehört aufgrund irgendeiner tradierten Rollenverteilung. Denn mit Schritt zwei, drei und siebenundfünfzig habe ich kein Problem. Ich glaube, das Warten ist der tote Winkel meines Datingverhaltens: Aus Sorge vor Ablehnung und der Angst davor, mich einfach mal in etwas Fremdes zu werfen, warte ich zu oft ab und stehe dann allein da — weil super souverän auch gern wie super Kumpel rüberkommt.

Und dann ist da die Angst davor, welches Bild ich eigentlich abgebe: Einerseits will man sich als souveräne Frau nicht in die Situation begeben, einen Korb zu bekommen. Wie geht man damit eigentlich um? Da haben Männer echt einen Erfahrungsvorsprung. Andererseits will ich auch nicht als willige Beute angesehen werden, was voraussetzt, dass man aus der Ecke auch mal rauskommt.

Und will ich nicht auch mehr Gleichheit, was bedeutet, dass ich meine Verhaltensmuster auch überdenken muss? Also raus aus der eigenen Comfort Zone. Ich überlege, ob es neben den ganzen "Wie ich meine Vagina besser kennenlerne"-Seminaren vielleicht auch etwas Simpleres auf dem Selbstermächtigungsdienstleistungssektor gibt, das mir helfen könnte. Gibt es leider nicht.

Wie stellen sich überzeugte Singles ihren Lebensabend vor?

Auch diese Angebote müssen noch in der Neuzeit landen: Es gibt auch Körbe für Frauen, und nein, nicht zum Flechten. Mit Philip kann ich den allerersten Schritt nicht mehr retten. Aber den ersten Schritt zur nächsten Stufe vielleicht. Beim dritten Date frage ich ihn, ganz ohne abzuwarten, ob er mit zu mir kommen will. Bisschen super souveräne Coolness-Attitüde ist zwar schon mit dabei.