Me too flirten

Das Fatale an dieser Debatte ist: Die Französinnen lenken durch ihren Brief vom eigentlichen Kern des Themas ab. Statt weiter über Machtasymmetrien zwischen Männern und Frauen zu sprechen, hat die Debatte nun wieder ein Niveau erreicht, von dem mächtige Männer nichts zu befürchten haben: Frauen diskutieren untereinander, wer die bessere Feministin ist. Das ist ein Eigentor. Darum die höfliche Bitte: Catherine Deneuve, alle Französinnen und die restlichen Frauen der Welt sollen weiter angeflirtet werden, meinetwegen auch hartnäckig und ungeschickt. Sonst wird es nämlich verdammt langweilig.

Aber können wir bitte trotzdem die Debatte darüber fortsetzen, wie, wann und wo Männer ihre Machtstellung missbrauchen, um sich sexuelle Befriedigung zu verschaffen? Und dabei sogar Verbrechen begehen wie Nötigungen oder Vergewaltigungen? Es geht doch in erster Linie gar nicht um Feminismus.

Mit Verlaub: Es handelt es sich dabei um mütterliche Fake News.

Die MeToo-Welle. Sie verharren im Schützengraben des für Sie immer noch sich im Gange befindlichen Geschlechterkrieges und denken: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Galanterie mag altmodisch klingen, könnte aber zeitgemässer nicht sein; Höflichkeit und Aufmerksamkeit sind ewige Werte, noch dazu solche mit nicht zu unterschätzender Wirkung: Wer galant ist, ist sexy.

Halten Sie Türen auf. Helfen Sie in den Mantel oder Koffer tragen.

#MeToo-Debatte - Kritik von 100 Frauen

Lassen Sie den Vortritt. Die können Sie getrost vergessen. Wollen alle, hat kaum einer. Zur generellen Aufmunterung kann gesagt werden: Er lässt sich aneignen. Allerdings nicht endlos, irgendwann müssen Sie das wieder einstellen, sonst wirkt es gruselig und hat exakt das Gegenteil dessen zur Folge, worauf Sie hinarbeiten. Aus gendertheoretischer Sicht würde man das herabwürdigendes Verhalten nennen, aber wir wollen nicht schmallippig-akademisch werden und erklären es hiermit einfach als uninspiriert und einfallslos, was viel verheerender ist als das Vorgestrig-Abwertende, das der Geste inhärent ist.

Anders gesagt: Sie sollten mehr draufhaben als das. Es sei denn, Sie gefallen sich darin, als Fossil zu gelten. Sie wirken damit ungut klebrig. Damit erweichen Sie das härteste aller harten Frauenherzen, deshalb: Flattieren Sie!

#MeToo: Dem Flirt geht's gut | ZEIT Campus

Aber machen Sie es klug. Sagen Sie also: Sagen Sie auch nicht Dinge wie: Was uns zum nächsten Punkt bringt:. Der Grat zum Starren ist schmal. Grausam schmal.


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Da haben Sie dann den Salat. Gucken Sie deshalb nur kurz und lächeln Sie.

Sie können auch zwinkern. Oder, noch besser: Üben Sie das. Die andere Variante: Sie machen auf unbeteiligt.

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Funktioniert aber nur, wenn Sie derart gut aussehen, dass die Frauen diese Ihre Unbeteiligtheit grausam fuchst. Ein Liebender oder ein Perverser? Die übergreifende These von Nagels Überlegungen geht so: Frauen waren im Der Flirt produziere eine Grenzsituation, bei der keiner der Beteiligten mit Sicherheit wisse, welche Intentionen der andere — oder gar man selbst — verfolge.

#Metoo-Debatte: Liebe Männer, niemand will euch das Flirten verbieten

Sobald es zu Eindeutigem kommt, ist der Flirt schon vorbei: Im Jahrhundert hatten Frauen laut Nagel die Macht, solche irritierenden Situationen auf die Spitze zu treiben. Das sei durchaus mit emanzipatorischer Selbstermächtigung vergleichbar, sagt sie. Wie bei Hegel hat der Knecht einen paradoxen Vorteil. Er gewinnt diesen Vorsprung in kleinen Rebellionen, in kleinen Gesten. Als Beispiel für den Machtgebrauch einer sozial eigentlich unterlegenen Person nennt die Literaturwissenschaftlerin die Frauenfigur der Züs Bünzlin bei Gottfried Keller.

Völlig unstrukturiert wird irgendwie vor sich hin geplappert, ohne irgendetwas Relevantes zutage zu fördern:. Sowas steht auch in den zahllosen Frauenheftchen, die ich mir an der Kasse im Supermarkt immer ansehen muss. Ich kann doch nicht gleichzeitig eine Kampagnenform lostreten, die dazu führt, dass wegen eines harmlosen Witzes Existenzen zerstört werden:. Der witzelnde Professor verliert seinen Posten Seit Wochen tobt ein Sturm der Entrüstung, der durch immer neue Einwürfe geschürt wird und demonstriert, wie blitzschnell ein Ruf ruiniert werden kann, wenn Twitter das Gericht der öffentlichen Meinung mobilisiert, wo der Grundsatz der Unschuldsvermutung so wenig vorhanden ist wie in jeder Diktatur.

Wo sonst soll man also flirten, wenn nicht bei der Arbeit? Letztlich sind es die Frauen, die bzgl. Natürlich, das gesellschaftliche Tabu erzeugt ein schädliches Klima. Scham, Schuld oder gar Beschuldigungen können das Ergebnis sein.

Am Arbeitsplatz sind Komplimente unangemessen

Aber Tabus sind flüchtig. Mag sein, dass der Flirt vielleicht unter einigen schlecht gelitten ist, aber bald wird der Flirt wieder eine bessere Rahmenbedingung vorfinden. Zumindest wird dies der Fall sein, wenn man sich nicht verrückt machen lässt. Das ist zwar richtig, aber das Problem ist, dass wir uns nicht mehr verrückt machen lassen brauchen. Wir sind es schon. Der Artikel war interessant zu lesen, aber ob es beim Flirt wirklich um Machtverhältnisse geht bzw. Ich glaube eher, dass man zu viel hineininterpretiert.

Why, how & when to Flirt